Kunst/Musik/Gestaltung

Musik

06.1/011

Tontechnik / Aufnahmetechnik für Musiklehrer

Schulform(en): BK, GE, GY, HS, RS, FÖ

  

Am Ende einer langen Probephase steht immer das fertige Produkt. Jeder Schüler und Lehrer möchte dann gerne auch eine Erinnerung an seine Arbeit in Form einer Aufnahme haben.

Leider ist das Ergebnis klanglich oft wenig überzeugend, wenn nicht sogar frustrierend schlecht. Eine schlechte Aufnahme spiegelt leider nur unzutreffend die Qualität der geleisteten Arbeit wider (und eignet sich somit auch nicht als Hörprobe für die Schulhomepage...).

Diese Fortbildung soll die Teilnehmer dazu befähigen, sowohl mit einfachsten Mitteln (Minidisc und Clipmikro) wie auch mit den Möglichkeiten des Mischpultes, mehreren Mikrofonen und des Computers klanglich hervorragende Aufnahmen zu produzieren.

Die verschiedenen Aufnahmetechniken werden nicht bloß theoretisch vorgestellt, sondern von den Teilnehmern selbst ausprobiert. Dazu werden wir zu Beginn ein sehr einfaches Arrangement aus dem Rock- Popmusikbereich erarbeiten. Dieses gilt es aufzunehmen. Dabei werden durch das eigene Ausprobieren (und die Gegenüberstellung der Ergebnisse) schnell die Vor- und Nachteile der verschiedenen Aufnahmetechniken deutlich.

Besonders interessant ist hierbei auch die Integration didaktischer und methodischer Fragestellungen: Welche Technik lässt sich ohne Aufwand am besten im Unterricht einsetzen? Welche Voraussetzungen muss ich bei den Schülern schaffen, um eine Mehrspuraufnahmen durchführen zu können? Wie organisiere ich den Unterricht, wenn gerade nur ein Schüler etwas einsingen muss, die anderen aber schon fertig sind?

 

Geplante Aufnahmetechniken im Überblick

Vorbereitung: der Sound kommt aus den Fingern, verstimmte Gitarren klingen nicht, die Abstimmung der Lautstärke beginnt schon bei der Einstudierung, ein dröhnender Bass im Raum dröhnt auch auf der Aufnahme

Die „Ein-Mikro-Aufnahme“: So wurden früher alle Schallplatten aufgenommen. Die Band oder das Orchester wird dabei erst einmal in gleichmäßiger Entfernung um das Mikrofon aufgebaut. Nach einer Probeaufnahme werden die Instrumente, die zu leise sind einfach näher ans Mikro geholt. Sänger stehen ganz vorne. Solisten stehen vor ihrem Solo von ihrem Platz auf und gehen so nah an das Aufnahmemikro, bis das Lautstärkenverhältnis passt. Wichtig hierbei: Niemand macht sich lauter, um auf der Aufnahme gut zu hören zu sein. Unkontrollierte und zu hohe Lautstärke im Raum verhindert eine transparent klingende Aufnahme.

Die „Ein-Mikro-Aufnahme“, aber mit 2 Mikros: Im Prinzip genau wie oben, aber mit 2 genau im 90° Winkel angeordneten Mikrofonen (quasi wie ein Kreuz übereinander gehalten). Vorteil ist eine etwas räumlichere Aufnahme durch die Stereoabbildung. Allerdings darf man den Stereoeffekt nicht überschätzen, Monoaufnahmen klingen (auch heute noch) in manchen Fällen druckvoller.

Viele Mikrofone, aber nur 2 Aufnahmespuren: Die oben beschriebenen Aufnahmeverfahren sind relativ einfach und ohne großen technischen Aufwand durchzuführen. Allerdings sind die Begleitinstrumente immer „akustisch etwas weit weg“. Logisch, sie waren ja auch weiter weg vom Mikro! Leider kommt auf diese Weise mit dem Hall auch die Rauminformation auf die Aufnahme. Unser Gehör reagiert darauf so sensibel, dass die Aufnahmesituation in unserem Kopf beim Hören wieder nachgebildet wird.

Soll ein moderner, druckvoller und gleichzeitig intimer Klang erreicht werden, muss jedes Instrument mit einem eigenen Mikro ganz aus der Nähe aufgenommen werden (Atem-, Klappen- oder Pedalgeräusche). Die Lautstärkeabstimmung muss dann allerdings penibel am Mischpult eingestellt werden. Ein zu direkter Klang wirkt auch schnell zu künstlich, so dass künstlich erzeugter Hall dem Signal hinzugefügt werden muss. Der „Sitzplatz“ im Orchester (oder die Position auf der Bühne) muss nun für jedes Instrument am Mischpult eingestellt werden (Panorama).

Hat man alles richtig gemacht, kann man den Minidisc- oder Kassettenrekorder direkt ans Mischpult anschließen und bekommt eine sehr professionell klingende Aufnahme.

Nachteil: Hat man irgendwo einen kleinen Fehler gemacht (ein Instrument zu laut, zu wenig Hall auf dem Gesang), ist dies nachträglich nicht mehr zu korrigieren. Alle Instrumente zusammen teilen sich ja die zwei Spuren (links/rechts). Änderungen an einzelnen Instrumenten sind nicht mehr möglich. Das gilt natürlich auch für Spielfehler.

 

Die Mehrspuraufnahme: Von der Mikrofonierung bleibt alles wie der letztgenannten Aufnahmetechnik. Allerdings braucht man nun weder den Klang am Mischpult einzustellen, noch den Hall oder Panorama. Denn jedes Instrument wird auf eine eigene Spur eines Mehrspurrekorders aufgenommen. Früher waren das Bandmaschinen, die 8, 16 oder 24 Spuren aufnehmen konnten. Heute kann jeder Aldi-Computer 48 oder mehr Spuren aufnehmen (allerdings braucht man dann auch spezielle Soundkarten, die mehr als die beiden l/r-Kanäle aufnehmen können).

Die Mehrspuraufnahme ist ein Eldorado für einen Musikproduzenten. Hier kann im Nachhinein noch stark ins Arrangement eingegriffen werden, einzelne Stimmen gelöscht werden, zu einem späteren Zeitpunkt neue Ideen oder ein Solo hinzugefügt werden, Fehler herausgeschnitten oder korrigiert werden, sogar falsche Tonhöhen einer Gesangsstimme lassen sich korrigieren!

Selbst mit einem Rechner mit einfacher Soundkarte (die nur 2 Spuren l/r aufnehmen kann) lassen sich durch Hinzufügen von immer neuen Aufnahmedurchgängen komplexe Arrangements in der Schule erzeugen. Dieses Aufnahmeverfahren benötigt nur 2 Mikrofone, ein kleines Mischpult und einen einfachen Rechner (alles zusammen für unter 500,- Euro zu haben!).

 

Zusammenfassung:

Die „Neuen Medien“ spielen bei dieser Fortbildung sicherlich eine große Rolle. Der Computer bietet unglaublich tolle Möglichkeiten, professionelle Aufnahmen ihrer (akustischen) Musikprojekte zu machen. Trotzdem geht es nicht um das Erlernen eines bestimmten Musikprogrammes, sondern vielmehr um das tontechnische Wissen, um sich im richtigen Moment für die richtige Aufnahmetechnik entscheiden zu können (nichts nervt Schüler mehr, als wenn Sie minutenlang hinter dem Mischpult oder vor dem Computer sitzen, ohne dass die Aufnahme beginnen kann!).

Alle in der Fortbildung kennen gelernten Techniken lassen sich im Schulalltag problemlos miteinander kombinieren. Nehmen Sie Basisaufnahmen Ihres Ensembles ohne Stress mit nur einem Mikro auf und lassen Sie zusätzliche Stimmen und Soli nacheinander einzeln einspielen – alles kein Problem!

SchiLF

Kosten:

Alle Kosten für benötigtes Fortbildungsmaterial sowie die Reisekosten der Moderatorinnen/Moderatoren sind aus den Fortbildungsbudgets der Schulen zu begleichen. Reisekosten für teilnehmende Lehrkräfte anderer Schulen werden nicht von der Bezirksregierung gezahlt, können jedoch bei der entsendenden Schule zu Lasten des Fortbildungsbudgets beantragt werden.

Anmeldeverfahren:

Bei Bedarf bitte mit dem unter der Adresse

www.lehrerfortbildung.brdt.nrw.de/pdf/antrag_schilf/pdf

abrufbaren Vordruck im Dezernat 46 der Bezirksregierung in Detmold anmelden.

Gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Schulen sind möglich und sinnvoll.

Die Regelungen zur Vermeidung von Unterrichtsausfall sind zu beachten:

Ganztägige schulinterne Fortbildungsveranstaltungen für das Gesamtkollegium können grundsätzlich nur außerhalb der allgemeinen Unterrichtszeit stattfinden (z.B. Nutzung beweglicher Ferientage).

Fortbildungsveranstaltungen in der Trägerschaft von Schulen (SchiLf und Veranstaltungen, die auf Wunsch von Schulen organisiert werden) dürfen auch für Teilgruppen nur dann ganztägig stattfinden, wenn vollwertige Vertretung oder ggf. Verlegung des Unterrichts in vollem Umfang sichergestellt ist.

 

 

  

Volker Menneking, Tel.: 05231-71 4609, Dezernat 46

Martin Rudkowski, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Detmold

20 Musiklehrer aller Schulformen der Sek I

Termin nach Vereinbarung

Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Sprottauer Straße 9, 32756 Detmold

oder jede andere Schule mit gleicher Ausstattung

Rudi Riedel, Tel.: 05231-71 4615, Fax:DT 71 4699

fortlaufend